Freitag, 27. Mai 2016

An der Küste des Indischen Ozeans

Nach einigen mit Arbeit gefüllten Wochen durfte ich letzte Woche einige Urlaubstage genießen. Diese nutze ich um Freunde in Tanga zu besuchen. Tanga ist mit rund 225.000 Einwohnern die 7.-größte Stadt Tanzanias. Außerdem liegt sie direkt an der Küste des Indischen Ozeans und verfügt daher auch über einen Hafen. In der Vergangenheit hatte Tanga vor allem als Handelszentrum für Sklaven oder Elfenbein eine wichtige Bedeutung. Außerdem ist die Stadt Tanga und die Umgebung sehr muslimisch geprägt.
Eindrücke:
Yachthafen in Tanga
Ebbe in der Nähe von Tanga

Dienstag, 10. Mai 2016

Kantate

Am gestrigen Sonntag feierten wir hier bei uns in der Bibelschule Kantate (lat. Singet). Am eigentlichen Kantatesonntag waren wir mit dem Chor der Bibelschule in einer anderen Gemeinde eingeladen, sodass wir dieses Event auf gestern verschoben.
Wir begannen um 10 Uhr mit dem normalen Gottesdienst, den auch der Chor aus der Gemeinde Himo, den wir besucht hatten, mitgestaltete. Doch das Hauptevent sollte nach dem gemeinsamem Mittagessen folgen: In vielen Gemeinden ist es üblich, dass es eine extra Veranstaltung zur Feier des Kantatesonntages gibt. Dafür können sich Gruppen oder Einzelpersonen melden und einen gesanglichen oder tänzerischen (oder beides vereint) Beitrag vortragen. Mehr als 25 Gruppen hatten sich angekündigt - alle aus den Reihen der Studenten und Studentinnen.
Massai schlossen sich zusammen und sagen in Kimassai (Sprache der Massai) und tanzten dazu, genauso Gruppen aus anderen Gegenden oft in passender Kleidung. Auch wir und der Chor aus Himo gaben unser Bestes. So war es ein richtiges Konzert und ich genoss die verschiedenen Auftritte, für die viele oft vorher geübt hatten, sehr!

unser Chor (in den neu genähten
Uniformen) bei der Verabschiedung
des Chores aus Himo
Studenten und Studentinnen in Massaikleidung
tragen ein Lied in Kimassai vor
mit entsprechenden Bewegungen

Dienstag, 26. April 2016

26. April 1964 - Gründung Tanzanias

Am 26. April 1964 vereinigten sich Tanganyika und Zanzibar und es entstand die Vereinigte Republik Tanzania. Erster Präsident war Julius Nyerere, auch bekannt als Vater der Nation.
Der Gründung Tanzanias wird mit einem Nationalfeiertag gedacht, den ich heute als freien Tag genießen konnte.

Diesen Tag möchte ich als Anlass nehmen, um euch einige Fakten über die 52 Jahre junge Nation Tanzania zusammenzufassen:

  • Hauptstadt: Dodoma (ca. 0,8 Mio Einwohner), aber: Regierungssitz und Wirtschaftszentrum: Daressalam (4,5 Mio Einwohner)
  • Bevölkerung: ca. 49,3 Millionen Einwohner, jährliche Bevölkerungswachstumsrate: 3,16 %
  • Größe: 947.300 km² (mehr als zweimal so groß wie Deutschland)
  • Landessprachen: Amtssprache: Kisuaheli; Bildungs- und Verkehrssprache: Englisch
  • Währung: Tansanischer Schilling
  • Religionen: seit 1959 nicht mehr offiziell erfasst, circa: 40% Christen, 40% Muslime, 20% Anhänger traditioneller Religionen
Quelle: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/01-Nodes_Uebersichtsseiten/Tansania_node.html


Samstag, 16. April 2016

Eindrücke aus dem Lake Manyara Nationalpark...

...einem Nationalpark im dem Norden Tanzanias, der eine Fläche von etwa 330 km² umfasst (davon hat der Manyarasee 220 km²). Im Westen wird dieser Park übrigens durch Klippen des Ostafrikanischen Grabenbruchs begrenzt...

Sonntag, 3. April 2016

Ostern mal anders

Über die Osterzeit begleitete ich Eberhard und Marianne, Mitglieder des deutschen Teams unseres Projekts, die im Moment in Mwika leben und für HuYaMwi arbeiten, in die Massaisteppe südlich von Arusha.
Wir besuchten den Pfarrer in Ruhestand Gideon Soombe in Naberera und fuhren dann gemeinsam mit ihm noch weiter in den Süden nach Ndedo.
Dort sollen in naher Zukunft Wassertanks gebaut werden, um noch mehr Regenwasser auffangen zu können, denn das vorhandene Wasser ist äußerst salzhaltig. In Vorbereitung dafür waren einige Gespräche nötig. Ich half beim Übersetzen und wir schauten uns die geplanten Orte für die Wassertanks an. Dabei waren wir immer mit Paulo unterwegs, einem Massai, der Evangelist ist, im Moment aber als politischer Abgeordneter dieses Gebietes arbeitet und sich so für diese Projekte einsetzt.
Überall wurden wir sehr herzlich empfangen und bewirtet. So wurde in Ndedo auch extra eine Ziege geschlachtet. Obwohl ich ja eigentlich kein Fleisch esse, erschien mir das in diesem Fall zu unhöflich und ich probierte ein kleines Stück. Allgemein habe ich festgestellt, dass es für Vegetarier auf Dauer bei den Massai schwierig ist, denn es gibt hauptsählich Fleisch, Milch und Reis. Gemüse wächst in dieser trockenen Gegend kaum.
Viele der Massai, die wir getroffen haben, sprechen gar kein oder nur kaum Suaheli, sondern nur Kimassai (Sprache der Massai), sodass zum Beispiel auch der Gottesdienst in Kimassai gehalten wird.
Insgesamt war es eine sehr interessante Zeit und ich bin dankbar, einen kleinen Einblick bekommen zu haben, wie Massai leben. Einige Dinge und Lebensweisen erscheinen uns auf den ersten Blick nicht so logisch, z.B.: Einige Massai haben ein Steinhaus gebaut, welches sie vermieten, während sie selber in ihrer Boma leben oder sie haben riesige Rinderherden, aber nur die wenigsten verkaufen eines der Rinder, um Geld zu erhalten, wenn sie dringend welches brauchen, z.B. für medizinischen Bedarf oder um Schulgebühren zu zahlen.
Trotzdem habe ich in dieser Zeit mehr verstanden und wieder einmal begriffen, wie viel unnötigen Luxus ich doch manchmal habe.
Bei unserer Ankunft in Ndedo
die Kirche der Gemeinde Ndedo
(allerdings eine nicht ganz typische
Bauweise tanzanischer Kirchen) 
im Gottesdienst...
...mit Paulo, dem Abgeordnetem dieses
Gebietes (der auch Evangelist ist)

Mittwoch, 23. März 2016

Großes Fest

Für den 20. März 2016 hatte sich der Bischof zum Besuch an der Bibelschule angekündigt: Der neue Bibelschulleiter Obed Akyoo (seit Oktober in diesem Amt) und sein Stellvertreter Elirehema Massawe sollten offiziell in ihre neuen Ämter eingeführt werden. Gleichzeitig wurde der vorherige Bibelschulleiter verabschiedet und zwei neue Gebäude eingeweiht.
Für diesen Tag begannen schon Wochen vorher die Vorbereitungen, denn das ganze Gelände sollte sauber sein und herausgeputzt werden. So hieß es für alle: An die Arbeit, ganz nach dem Motto des neuen Präsidenten: Hapa kazi tu! (Hier gibt es viel zu tun!).
An diesem Sonntag begannen wir 10 Uhr mit einem musikalisch begleiteten Umzug zu den neuen Gebäuden, die vom Bischof Dr. Fredrick Onaeli Shoo und seinen Begleitern eingeweiht wurden. Danach ging es in der Kirche der Bibelschule mit einem Gottesdienst, in dem wir auch als Chor mitwirkten, weiter. Danach gab es für alle Mittagessen (natürlich durfte auch die für Feste dieser Art typische Ziege nicht fehlen) und schließlich feierten die neu eingeführten Leiter der Bibelschule noch privat weiter...

Die Vorbereitungen für das große Mittagessen begannen bereits früh am Morgen: 
die Ziege für das Festessen wurde
in unserem Garten geröstet 
Musikalischer Einzug:
Der Bischof (Mitte mit Bischofsstab), die
Vizebischöfe der Nord-und Merudiözese
(2. bzw. 3.von links), zwei Superintendeten
(in grün) und Pfarrer der Bibelschule
...miit Pfr. Gabriele Mayer (meine
Nachbarin) und Pfr. Mathayo Saruma,
beide Lehrer der Bibelschule

Dienstag, 22. März 2016

Aktuelles von der Arbeit

Seit Anfang März sind wir wieder verstärkt in den Gemeinden unterwegs. So besuchten wir beispielsweise in der Gemeinde Komalyangoe gemeinsam mit der Fieldworkerin Mama Epifania verschiedene Familien: Zum Beispiel auch eine Frau, Mama Theresia, die einen neuen Boden im Haus benötigt, denn der unebene Naturboden ist in der Regenzeit, wo das Wasser durch die Tür reinkommt, recht schlammig. Außerdem bereitet die Unebenheit der älteren Frau Probleme. Sie lebt hier gemeinsam mit ihrer Enkelin.
Mama Theresia mit Nachbars-
kindern vor ihrem Haus
Außerdem schauten wir uns auch viele sogenannte Small-income-projects an, die HuYaMwi vergeben hat, so auch das Schweineprojekt von Ndelisho Mashau Kitamoy in der Gemeinde Kondiki. Sie lebt mit ihren Enkelkindern, die beide Waisen sind, zusammen. 2013 bekam sie von HuYaMwi zwei Sauen und züchtet seitdem. Wir schauen, wie das Projekt vorangeht, welche Herausforderungen oder Probleme es gibt. In diesem Fall fanden wir einen sehr guten Stall vor. Allerdings ist das Futter für die Ferkel etwas knapp, sodass diese vergleichsweise noch recht klein sind und sich demzufolge schwer verkaufen lassen. Wir suchen gemeinsam nach Lösungen und Möglichkeiten, um die Situation so zu verbessern, sodass die Ferkel verkauft werden können und die Frau dadurch Geld einnimmt.
von links: ich; ein Mitglied des diakonischen Komitees
der Gemeinde; meine Kollegen Godbless Shao (Evangelist)
und Kimathi (Diakon); ihr Sohn Richard
und Mama Ndelisho Mashau Kitamoy und
der Fieldworker der Gemeinde Kondiki
Außerdem bin ich fast jedes Wochenende bei einem Waisenkindertreffen in einer Gemeinde. Letztes Wochenende fuhr ich dafür gemeinsam mit Solomon, einem Studenten der Bibelschule, in die Gemeinde Msitu wa Tembu - eine Gemeinde in einem ziemlich trockenen, heißen Gebiet (teilweise auch Massaigebiet). Erst spielte ich im Schatten eines Baumes einige Spiele mit den Kindern, bevor Solomon in der Kirche mit einer biblischen Einheit weitermachte.
Gemeinsames Singen
Solomon bei der biblischen Einheit