Mittwoch, 6. Januar 2016

Weihnachten

...feierte ich zusammen mit drei anderen Freiwilligen in Magoye (im Süden Tanzanias, bei Chimala). Es waren einige sehr gemütliche Tage mit ganz viel leckerem Essen (;
Obwohl die Geburt Jesu hier am 25.12. gefeiert wird, wichtelten und sangen wir bereits am 24.12. nach dem Gottesdienst. Der große Weihnachtsgottesdienst mit einem von den Kindern wunderbar gestalteten Krippenspiel fand jedoch erst am 25.12. statt...
Heni, ich, Paula und Johanna am 24.12.2015
mit unserem Weihnachtsessen:
Pizza (mit Käse!)
Paulas liebevoll geschmückter
Weihnachtsstrauch

Samstag, 19. Dezember 2015

Alles Afrika?

Wie geht es dir in Afrika? ...in Afrika ist es ja schon gefährlich... Wie feiert man denn in Afrika Weihnachten? Wie machen denn die Afrikaner das? ...dieser afrikanische Stil...

Wie oft höre oder lese ich solche Aussagen.
Jaa, ich bin tatsächlich auf dem afrikanischen Kontinent. Jedoch wohne ich in Tanzania. Allein Tanzania, als eines von 54 afrikanischen Staaten, ist beispielsweise mit etwa 125 verschiedenen Sprachen, verschiedenen Religionen, die miteinander leben, und klimatisch so unterschiedlich geprägten Regionen so vielfältig und bunt, dass es schon schwierig ist, allgemeine Aussagen für Tanzania zu treffen. Wie können wir dann erst recht solche Aussagen über ganz Afrika, einen riesigen Kontinent, treffen, auf dem doch so viele verschiedene Menschen und Kulturen in so vielen verschiedenen Regionen in so vielen verschiedenen Verhältnissen leben? Nein, das können wir nicht.
Es ist nicht alles afrikanisch. Das hier ist Tanzania. Und obwohl ich hier lebe, kann ich doch nur meine subjektiven Eindrücke wiedergeben, die sich keinesfalls auf alles und jeden in diesem Land verallgemeiern lassen.

Allein Tanzania ist so vielfältig:


Donnerstag, 17. Dezember 2015

Rückblick - Ordination meines Kollegen Kimathi zum Diakon

Nach sechs Jahren (drei Jahre Schule und drei Jahre Arbeit) wurden in Faradja sechs Diakone ordiniert, darunter auch Kimathi, unser Kollege. Dafür fand in Faradja, dem Ort der Diakonenschule an der Westseite des Kilimanjaros, ein festlicher Gottesdienst statt, der von zahlreichen Chören, vielen Pfarrern, Diakonen und dem alten Bischof gestaltet wurde und 4,5 Stunden! andauerte.

Einzug aller Brüder 
Der alte Bischof Shao ordinierte die
Diakone (der amtierende Bischof war
wegen Pfarrerordinationen verhindert)
... die 6 ordinierten Brüder...
das Festobjekt (im karierten Jacket) mit Familie
und Freunden

Freitag, 11. Dezember 2015

Hapa kazi tu!

Hier gibt's viel zu tun - nur die Arbeit zählt! So lautet das Motto des im Oktober neu gewählten Präsidenten Magufuli. Und das bekamen wir auch am vergangenen Mittwoch, dem 09. Dezember - dem Unabhängigkeitstag zu spüren.
Dieser Feiertag erinnert an das Erreichen der Unabhängigkeit des damaligen Tanganyikas (Festland Tanzanias, damals noch nicht mit Sansibar zu Tanzania vereint) vom Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland. Nach der Niederlage Deutschlands im 2. Weltkrieg wird das Gebiet Deutsch-Ostafrika (Tanganyika, Burundi, Ruanda) unter britischen und belgischen Truppen aufgeteilt, sodass Tanganyika seit 1921 unter britischem Mandat steht. Obwohl das Vereinigte Königreich den Tanganyikanern Mitspracherechte einräumt und das Land sich trotz britischer Verwaltung und Kontrolle eigenständig entwickelt, werden in den 50er Jahren Unabhängigkeitsrufe lauter. Schließlich erlangt Tanganyika am 09. Dezember 1961 unter der Führung Julius Nyereres die Unabhängigkeit vom Vereinigtem Königreich.
Dieser Tag wurde in den vergangenen Jahren mit Militärparaden und Festen im ganzen Land gebührend gefeiert. Mit der Begründung, dass es beschämend wäre, riesige Geldsummen in solche Feierlichkeiten zu investieren, während die Menschen im Land an Cholera sterben, sagte Präsident Magufuli all diese Dinge ab und ordnete stattdessen im ganzen Land eine Putz- und Sauberkeitskampagne an. Das heißt, alle Menschen sollten an ihrem Arbeitsplatz erscheinen, um für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen. Das eingesparte Geld soll Krankenhäusern für den Kampf gegen Cholera zugutekommen.
So erhielten auch wir als HuYaMwi-Team die Anweisung, uns nach der morgendlichen Andacht an der Bibelschule einzufinden, um gemeinsam mit allen Studenten/-innen, Lehrer/innen und Mitarbeitern/-innen die Shamba (Feld) zu kultivieren. So hieß es für uns, wildwachsende Büsche komplett zu verschneiden, Wurzeln zu trennen und auszugraben (eine meiner Aufgaben - anstrengender als es klingt (; meine Hände sind gezeichnet), Äste und Gestrüpp wegzuräumen, Futter für die Kühe zu häckseln,... Mit fröhlichem Geplauder und Gesängen machten sich alle motiviert an die Arbeit.
Als Mzungu (=Weißer/Europäer) wurde ich dabei besonders beobachtet, denn viele konnten sich nicht wirklich vorstellen, dass wir Wazungu auch körperlich hart arbeiten können, wo wir doch für alles Maschinen haben. Diesem Vorurteil versuchte ich durch besonders harte Arbeit entgegenzuwirken. Belohnt wurden alle durch ein gutes Mittagessen (ausnahmsweise für Schüler/innen und Lehrer/innen bzw. Mitarbeiter/innen gleich).
Den Nachmittag ließ ich noch durch ein ausgiebiges Volleyballmatch mit Studenten ausklingen, während Sarah sich, nachdem sie ziemlich krank war, noch erholt und schont.





Donnerstag, 26. November 2015

Die kleine Regenzeit

Ein halbes Jahr ist es nun schon her, dass ich aufgeregt und erwartungsvoll im Vorbereitungszimmer der mündlichen Geografieabiturprüfung saß und ganz gespannt den Umschlag mit meinem Thema zog: Die Monsunzirkulation.
Während ich damals die Entstehung und Auswirkungen am Beispiel Indien erklärte, erlebe ich nun hier in Tanzania die praktische Seite dieser großräumigen Luftzirkulation. 
Im Moment erlebe ich die für von Monsunwinden betroffenene Gebiete typische durch den Nordmonsun verursachte kleine Regenzeit: vuli. 
Diese beginnt in der Regel Ende Oktober/Anfang November und dauert bis Dezember an. Allerdings wirkt sich diese regional ganz unterschiedlich aus: Während sich ein von uns etwa eine Stunde entferntes Gebiet über einen Tag Regen in dieser Zeit freut, regnet es bei uns fast täglich, besonders nachts. 
So müssen wir uns bei den Visitations auch ein wenig darauf einstellen, uns zwischendurch unterstellen, andere Straßen/Wege wählen oder im schlimmsten Fall eher abbrechen.
Trotz dieser kleinen Einschränkungen ist dieser Regen ein Segen: Es grünt und die Pflanzen und damit auch viele Nahrungsmittel wachsen und werden reif!

Auf Visitation:


Montag, 23. November 2015

Mahafali – 22. November 2015

HuYaMwi, das Projekt, in dem ich arbeite, gehört zur Bibelschule Mwika, der Chuo cha kilutheri cha biblia na theolojia Mwika. So wohnen wir auch auf dem Campus dieser Hochschule, an der Pfarrer, Evangelisten und Musikstudenten ausgebildet werden. 
Am letzten Sonntag bekamen 102 Schüler, die ihr Studium im Juli beendet haben (oder wie einigige Evangelistenstudenten das Grundstudium, an welches sie jetzt noch ein Aufbaustudium anhängen können), feierlich ihre Zeugnisse überreicht. Für diese Graduationfeier (Mahafali) wurde die ganze letzte Woche alles auf Hochglanz herausgeputzt, aufgebaut und geschmückt. Sogar der Generator wurde noch repariert, um auch gegen Stromausfall gewappnet zu sein. Außerdem übten wir mit dem Chor der Bibelschuele, in dem Sarah und ich seit einiger Zeit mitsingen, täglich, um am Sonntag zu glänzen...
Diese große Feier mit geschätzt 800 Leuten begann mit einem festlichen Einzug und einem Gottesdienst, den zahlreiche Leute mitgestalteten (Direktor und Lehrer der Bibelschule, der Vizebischof (vertrat den Bischof) und andere offizielle Gäste, unser Chor sowie einige andere Chöre aus den Gemeinden der Absolventen,...). Im zweiten Teil erhielten dann alle Absolventen ihre Zeugnisse/Urkunden bis es schließlich gegen 13.30 Uhr (gegen 9 Uhr ging es los) Essen gab. In vielen Gegenden Tanzanias ist es Tradition, dass es zu solchen wichtigen Anlässen und großen Festen Ziege gibt. Diese wird im Ganzen zubereitet und auch im Ganzen zur Schau gestellt, bis sie schließlich nach dem Essen vor allen Gästen zerteilt und das Fleisch, sehr begehrt, verteilt wird. Übigens gibt es bei einem christlichen Fest, anders als es wahrscheinlich bei einem Fest dieser Art in Deutschland üblich wäre, keinen Alkohol. Dafür gibt es für jeden Soda (wie Fanta, Gingerale, Cola, Sprite,...) – durchaus etwas besonderes.

Glücklicherweise hat auch das Wetter gut durchgehalten (der Gottesdienst war auf den Außengelände der Bibelschule), sodass es rundherum ein gelungenes Fest war. Anschließend feierten die meisten Studenten mit ihren Familien und Freunden...

Feierlicher Einzug der Lehrer, Studenten und Gäste musikalisch umrahmt durch Studenten & Lehrer



Familienmitglieder, Freunde und Gäste der Absolventen und der Bibelschule während des Gottesdienstes

Unser Chor: Kwaya ya Chuo 
...eigentlich war die Kleiderordnung schwarz/weiß... (;

Kleiner Scherz: Der passende
Hut zu den Roben der Lehrer (;

Mittwoch, 11. November 2015

Schnappschüsse

Nachdem ich in den letzten Tagen schon mehrfach erinnert wurde, ist es wieder an der Zeit, euch an einigen Erlebnissen teilhaben zu lassen:

Ausflug zum Lake Chala - einem Kratersee, der auf der Grenze zwischen Kenia und Tanzania liegt (schwimmt man weit genug raus, ist man bereits in Kenia):



 
 
An den Wasserfällen in Marangu (ein Nachbarort) gemeinsam mit Freunden von Sarah, die uns besucht haben:
 



 
Außerdem habe ich am letzten Sonntag mit Freunden an den Hängen des Mount Meru, dem mit etwa 4.565 m zweithöchstem Berg Tanzanias, eine Kaffeetour gemacht. Dort wurde uns genau erklärt, wie Kaffeepflanzen angebaut werden, wie und wann die Bohnen geerntet und verarbeitet werden und welche Unterschiede es bei Kaffee gibt. Natürlich gehörte auch eine Verkostung dazu...
 
Übrigens sind die Bohnen erst reif, wenn die Hülle,
die sie umschließt, rot ist.

Die aus der Hülle geschälten Bohnen trocknen

...nach dem Rösten...
(Den Duft müsst ihr euch dazu denken.)
 
Und natürlich möchte ich euch auch noch unseren neuen Mitbewohner vorstellen, der uns hoffentlich hilft, die Ratten fernzuhalten: Hurricane (er macht seinem Namen übrigens alle Ehre und tobt durch das ganze Haus)